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Wasserwacht Frankfurt (Oder)
DRK-Kreisverband Märkisch-Oder-Spree e.V.
 

Die Wasserrettung in Frankfurt (Oder) - damals und heute

Die Geschichte der Wasserrettung reicht zurück bis in das Jahr 1767. Zu dieser Zeit wurde die erste Rettungsgesellschaft, die Maatschappy Tot Redding van Drenkelingen zu Amsterdamins Leben gerufen. Erst 1913 wurde die DLRG gegründet, die ihre fachlichen Vorläufer im Arbeiterwasserrettungsdienst AWRD hatte.
Ziel war und ist die Hilfeleistung am und im Wasser. Da die Freizeitmöglichkeiten inden letzten Jahrzehnten ständig gestiegen sind und insbesondere die Formen und die Intensität der Freizeitgestaltung am und im Wasser sprunghaft zugenommen haben, entwickelte sich fastzwangsläufig das Aufgabengebiet der Wasserrettung mit. In der ehemaligen DDR wurde der Wasserrettungsdienst im Jahre 1950 vom damaligen Deutschen Sportausschuss gegründet. Doch sehr schnell musste man erkennen, dass die nur (leistungs-) sportliche Betätigung und Ausrichtung dieses Dienstes sein Ziel verfehlte und der Aufgabenstellung nicht gerecht wurde.Im Jahre 1953 wurde deshalb der Aufgabenbereich der Wasserrettung dem Deutschen Roten Kreuz übertragen. Aus- und Weiterbildung, Entwicklung von Einatztechniken, Rettungsbooten, Rettungsstationen, Rettungsmitteln, Literatur, Einsatztätigkeit im Binnenland und an der Ostsee, Wettkampfsysteme und vieles mehr gehörten seitdem dazu.
Rettungsschwimmer, Rettungstaucher, Rettungsbootführer, Lehrkräfte, Lehrwarte und Übungsleiterfür den Nachwuchsbereich erfüllten dieses umfangreiche Programm mit Leben.Seit 1967 war die Entwicklung des Wasserrettungsdienstes im Bezirk und der Stadt Frankfurt (Oder) untrennbar verbunden mit dem Vorsitzenden der Kreis- und Bezirkskommission Wasserrettungsdienst Frankfurt (Oder), unserem Kameraden Andreas Grahlemann.In seiner über 30-jährigen Tätigkeit durchlief er alle Höhen und Tiefen des Organisationslebens, war selbst jahrelang erfolgreicher Wettkämpfer als Rettungsschwimmer und Orientierungstaucher und begann bereits sehr zeitig selbst an der Ausbildung von Rettungsschwimmern im damaligen Lokbad und der Badeanstalt am Kliestower See mitzuwirken.
Teilnehmerzahlen von mehr als 125 je Lehrgang erforderten eine professionelle Vorbereitung von 40 Ausbildungsstunden in der Wasserrettung und 40 Ausbildungsstunden in der 1.Hilfe. Schätzungsweise sind im Zeitraum 1967-1987 2650 Rettungsschwimmer in Frankfurt (Oder) ausgebildet worden. Dazu die vielen Kinder Frankfurter Schulen, die mit kindgerechten Dias und Folien zur Sicherheit beim Baden an der 'Helene' und damit zum richtigen Verhalten am Strand und im Wasser geschult wurden.
Mit der Eröffnung der Volksschwimmhalle am 4.Oktober 1969 begann für den Wasserrettungsdienst ein neues Kapitel im Organisationsleben - die professionelle Entwicklung der Wettkampftätigkeit. Die Leistungsbreite und die sich entwickelnde Zusammenarbeit mit der BSG Lokomotive Abteilung Schwimmen führten ganz schnell dazu, dass der Wasserrettungsdienst Frankfurt (Oder) im Bezirksmaßstab den Ton angab. Meisterschaften ohne die Frankfurter Kameraden waren nicht mehr wegzudenken. Kamerad Grahlemann entwickelte über Jahre hinweg im DDR-Maßstab Ausbildungs- und Wettkampfinhalte mit und so brachten 14-tägige Trainingslager in der Abgeschiedenheit des Schwedter Waldbades bald eine ganze Reihe von DDR-Meistern hervor. Höhepunkte waren hier unzweifelhaft die Mitte der 80-er Jahre zweimalig gewonnenen Mannschaftsmeisterschaften.
Mit der erfolgreichen Wettkampftätigkeit erhöhte sich weiterhin Ruf und Ansehen und damit der Mitgliederzulauf zum WRD. Für die Bevölkerung weithin sichtbar entwickelte sich das Haupteinsatzfeld des WRD am Helene-See. In leuchtend oranger Dienstkleidung waren die Rettungsschwimmer an allen Strandbereichen und zu allen Saisonhöhepunkten immer in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September am Wasser zu finden und dabei nahmen sie ihren Urlaub, ihre Ferien oder betriebliche Freistellungen in Anspruch. Und das natürlich immer ehrenamtlich und gemeinnützig.Mit der politischen Wende 1989 in der DDR erfolgte zwangsläufig auch eine Neuorientierung der Wasserrettung. Da viele Kameraden sich persönlich in dieser Zeit selbst neu orientieren mussten, war eine intensive ehrenamtliche Arbeit nicht mehr möglich. Mit der Selbstauflösung der Wasserrettungsstrukturen stand ein kleines Häuflein Rettungsschwimmer vor der Frage:

Wie weiter?

Nun taten sich zwei Möglichkeiten auf
  • Arbeit in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG
  • Arbeit in der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes
Nach intensiver Diskussion des künftigen Weges und dem Ziel des Aufbaus der Wasserrettung im neuen Land Brandenburg gründeten am 18.12.1990 7 Mitglieder die Wasserwacht Frankfurt (Oder).Auf der ersten Mitgliederversammlung im Dezember 1990 wurde von 16 Kameraden Kamerad Andreas Grahlemann erneut zum Vorsitzenden gewählt. Ansonsten war alles völlig anders und neu, es fing alles wieder fast bei Null an. Eine erste Satzung wurde verabschiedet.Am Helene-See gab es keinen hauptamtlichen Schwimmmeister mehr und die Wasserwacht Frankfurt (Oder) übernahm in Eigenregie die Strandbewachung. Das bestehende Wettkampfsystem gab es nicht mehr und viele Kameraden hatten Wichtigeres zu tun. Mit der Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes und derschnellen Bildung des Landes Brandenburg gestaltete sich auch schnell Inhalt und Ziel der Wasserwachtgliederungen im wasserreichen Brandenburg. So auch in der Stadt Frankfurt (Oder).
Grundlage der Entwicklung war einerseits ein Leistungsvertrag mit dem neuen Generalpächter der 'Helene' und andererseits die einmalig auf Antrag gewährte Bereitstellung von Fördermitteln des Landes Brandenburg. Damit wurden Rettungsmittel angeschafft, die die Wasserrettung im größten zusammenhängenden Naherholungsgebiet der Bundesrepublik Deutschland erst möglich machten. Diese Entwicklung war dringend notwendig, aber nur möglich, weil eine Vielzahl von Freunden, Spendern und Sponsoren diese neue Wasserwacht hilfreich unterstützte. In der Erkenntnis, dass Wasserrettung ein Stück Lebenskultur ist und jeder Bürger in die Verlegenheit kommen kann auf diese Hilfe einmal angewiesen zu sein, auch wenn es vielleicht 'nur' den Nachbarn oder entfernten Bekannten trifft, konnte mit diesen Partnern die materiell-technische Basis für die neuen Aufgaben sichergestellt werden.
Im Jahre 1996 hat die Wasserwacht Frankfurt (Oder) bereits wieder knapp 100 Mitglieder, die ihre Tätigkeit ehrenamtlich in den Dienst der Sache stellen. Die Lehrgangstätigkeit nimmt wieder zu und auch die Wettkampftätigkeit beginnt landes- und bundesweit wieder erfolgreich zu werden.Das Durchschnittsalter der im Einsatz befindlichen Kameraden liegt unter 20 Jahre. Und so finden wieder viele Jugendliche eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in der Wasserrettung und gleichzeitig wird die Ausbildung, die Einsatztätigkeit, die Wettkampfteilnahme und vor allem das seit jeher von allen geschätzte Vereinsleben auch zur Formung junger Menschen beitragen.
Damit hat die Wasserwacht Frankfurt (Oder) in der neuen Zeit wieder eine Orientierung, Inhalt und Zweck gefunden. Um dieses Ziel weiter zu verfolgen, brauchen wir viel Enthusiasmus, Idealismus und Engagement, aber auch Freunde, die ein großes Herz bei der Finanzmittelbereitstellung haben . . .
Insbesondere eingebettet in das Deutsche Rote Kreuz, fachlich tonangebend in der SEG Wasserrettung Frankfurt (Oder) und besonders gut adaptiert an das Rettungswesen der Stadt Frankfurt (Oder) - so stellt sich heute die Wasserwacht Frankfurt (Oder) in ihrem 50. Gründungsjahr dar.Reich an Erfahrung, hochspezialisiert und vor allem vielseitig und flexibel in ihrer Einsatztätigkeit und von den Bürgern der Stadt Frankfurt (Oder) geschätzt wegen ihrer Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit über viele Jahrzehnte hinweg. . .

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